Schultheater des WGG bringt Michael Endes „Momo“ auf die Bühne – Zwei Besetzungen zeigen ihre ganz eigene Interpretation des Klassikers

Was wäre, wenn uns jemand die Zeit stehlen könnte? Michael Endes Roman „Momo“ ist mehr als 50 Jahre nach seinem Erscheinen aktueller denn je. Mit seiner Geschichte über Zeit, zwischenmenschliche Nähe und die Frage, was im Leben wirklich zählt, hat sich nun das Schultheaterensemble des WGG auseinandergesetzt und den bekannten Stoff in einer Adaption von Vita Huber auf die Bühne gebracht.

Im Mittelpunkt steht Momo, ein geheimnisvolles Mädchen, von dem niemand so recht weiß, woher es kommt. Momo besitzt jedoch eine besondere Gabe: Sie kann zuhören. In ihrer Gegenwart beginnen die Menschen, über sich selbst nachzudenken, finden Lösungen für ihre Probleme und entdecken, was ihnen wichtig ist. Doch diese Welt gerät zunehmend in Gefahr. Die Grauen Herren treten auf den Plan und bringen die Menschen dazu, vermeintlich Zeit zu sparen – mit Folgen, die ihr Leben immer leerer werden lassen.

Die dramatische Umsetzung von Michael Endes Geschichte stellt dabei hohe Anforderungen an das Ensemble unter der Regie von Renate Gebhard. Die Theatergruppe arbeitet mit zwei Besetzungen, wobei die Schülerinnen und Schüler teilweise jeweils mehrere Rollen übernehmen. Die Rolle der Momo wird beispielsweise je nach Aufführung von Felicia Meier oder Emma Schestak gespielt. Auch die weiteren zentralen Figuren wie Gigi, Beppo, Meisterin Hora und Kassiopeia sind doppelt besetzt.

Das Bühnenbild und die Kostüme entstanden in Zusammenarbeit mit dem P-Seminar von Beate Orthwein. Die beteiligten Gruppen tauschten sich immer wieder darüber aus, wie sich ihre Vorstellungen auf der Bühne umsetzen lassen.

So entstand ein besonderer Reiz der Aufführung: „Momo“ erzählt zwar eine fantastische Geschichte, stellt aber Fragen, die unmittelbar in die Gegenwart führen. Wie gehen Menschen mit ihrer Zeit um? Was geschieht, wenn Effizienz wichtiger wird als Begegnung und Aufmerksamkeit? Und wie viel Zeit bleibt noch für Freunde und für die Dinge, die sich eben nicht beschleunigen lassen?

Mit ihrer Inszenierung greift die Theatergruppe damit einen Stoff auf, dessen Graue Herren auch heute erstaunlich vertraut wirken können. Michael Endes Geschichte erinnert daran, dass Zeit nicht allein dadurch wertvoll wird, dass man möglichst viel von ihr spart – sondern vor allem dadurch, wie man sie verbringt.

Willibald-Gluck-Gymnasium

Woffenbacher Straße 33
92318 Neumarkt
Tel.: 09181 472-0

    

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