Willibald-Gluck-Gymnasium

Planspiel OEKOWI – Einmal einen Staat lenken

Ecoland
Karte von Ecoland am Ende des Planspiels. Durch die Entscheidungen der Schüler veränderte sich das Land. Zwei Haushalte zogen um, da sie den vergünstigten ÖPNV nutzen wollten (Quelle der Karte: Ernst Schmidheiny Stiftung)

Vorschläge der Tagespolitik, Gesetzesentwürfe und politische Entscheidungen wirken häufig auf den ersten Blick sehr einfach, jedoch sind sie oft komplexer und haben weitreichendere Folgen, als man erwarten könnte. Diese Erfahrung konnte auch die letztjährige 9 e am Ende des Schuljahres machen. Für drei Tage übernahm sie das Steuer des fiktiven Landes „Ecoland“, mit der Aufgabe, den Wohlstand des Landes nachhaltig zu steigern.

Für das dreitägige Seminar schlüpften die Schülerinnen und Schüler in unterschiedliche Rollen. Ein Teil der Klasse übernahm die Rolle der Haushalte, die bei den im Land ansässigen Firmen arbeiten und dort auch Produkte konsumieren. Weitere Gruppen stellten die Unternehmen dar, die über Löhne für ihre Beschäftigten, Produktqualität, Preispolitik, Produktionsmengen und Weiteres entscheiden mussten. Eine letzte Gruppe vertrat die Regierung, die die politischen Rahmenbedingungen für eine funktionierende Wirtschaft schaffen sollte.

Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler bestand zunächst darin, die umfangreichen Daten zur Ausgangslage des Landes zu analysieren, zu strukturieren und aus diesen Daten die für ihre jeweilige Rolle besten Handlungsalternativen abzuleiten. So strebten die Haushalte z. B. nach einem Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, verlangten Steuersenkungen und wünschten sich Förderungen für umweltfreundliche und günstige Heizungen. Die Unternehmen hingegen übten aktive Lobbyarbeit aus, sie forderten hohe staatliche Subventionen, die sie durch geschickte Verhandlungen sogar durchsetzen konnten. Eine ebenfalls herausfordernde Aufgabe lag bei der Gruppe der Regierung, die bemüht war, alle Forderungen von Unternehmen und Haushalten zu erfüllen und zu Gesetzen zu machen, gleichzeitig aber den Staatshaushalt im Blick behalten musste.

Ecoland
Plakat mit den Vorhaben der Regierung

So entbrannten zwischen den verschiedenen Gruppen lebhafte Parlamentsdiskussionen, sobald über die neuen Gesetzesentwürfe abgestimmt und der Staatshaushalt beschlossen werden musste – wobei hier alle Teilnehmer eine Stimme hatten, da das Spiel davon ausgeht, dass jeder Teilnehmer auch Mitglied des Parlaments ist.

Die Schülerinnen und Schüler mussten schmerzlich die Erfahrung machen, dass eine Pendlerprämie in Höhe von 10 € pro Person den Haushalt des Staates in ein riesiges Defizit stürzte, da die maximale Höhe dieses Zuschusses an die Haushalte durch das Gesetz nicht ausreichend begrenzt war. Schnell lernten die Schülerinnen und Schüler im Laufe der drei Tage, die drei Jahre von „Ecoland“ simulierten, auf solche Situationen zu reagieren und ihr Wissen aus dem WR-Unterricht der 9. Klasse zielführend einzusetzen. Unermüdlich wurden zwischen Unternehmen, Haushalten und dem Staat neue Abmachungen getroffen und Gesetze nach zahlreichen Diskussionen angepasst. So gelang es den Schülerinnen und Schülern am Ende den Haushalt auszugleichen und den Wohlstand in „Ecoland“ nachhaltig zu steigern.

Matthias Völkl