Willibald-Gluck-Gymnasium

Musik am WGG

„Auch die Pause gehört zur Musik“

Diese Worte stammen aus der Novelle „Verwirrung der Gefühle“ von Stefan Zweig (1881-1942), einem österreichischen Germanisten, Essayisten, Novellisten, Lyriker und Erzähler. Sowohl Zitat als auch Novellen-Titel verbalisieren treffend die derzeitige Situation der klingenden (und zuweilen auch sprechenden) Künste. Frei nach der 2005 verstorbenen Augsburger Musikpädagogin Erna Woll könnte man auch sagen: Stille ordnen als Existenzform. Was bedeutet nun Stille für den Musikunterricht? Man könnte hier einmal die Stille im Schulhaus anführen, die vielen Monate im Distanzunterricht und das Lernen über digitale Medien. Oder die Stille im Klassenunterricht: Singen – verboten! Der Unterrichtsalltag ergießt sich in einem ständigen Versuchen und Bestreben, aus den übriggebliebenen Unterrichtsinhalten unter Berücksichtigung der pandemischen Ein- und Beschränkungen eine bestmögliche Vermittlung musikalischer Themen zu bewerkstelligen. Die hassgeliebten Boomwhackers erleben hier am WGG eine besondere Renaissance, immerhin sind diese bunten Plastik-Klangröhren hygienekonform anwendbar. Nicht nur der Musikunterricht im Klassenverband, auch aller anderer Musikunterricht schweigt seit Oktober 2020 durchgehend, nachdem für uns ein schulisches Ensemblemusizieren unter pandemischen Einschränkungen nicht mehr möglich ist. Ausgenommen unsere beiden Streichinstrumentkurse; sowohl der Kontrabassunterricht als auch die Violin-Gruppe konnten bis auf wenige Wochen Ausfall nahezu durchgehend veranstaltet werden.

Die Fachschaft Musik umfasst derzeit folgende Gruppen und Ensembles:

Chöre:

Unterstufenchor (Daniel Harlander)
Mittelstufenchor (Peter Bruckschlögl)
Oberstufenchor (Peter Bruckschlögl)
Kammerchor (Peter Bruckschlögl)
Großer Chor (Peter Bruckschlögl)

Ensemble:

Big Band (Katharina Zucker)
Orchester (Katharina Zucker)
Violin-Gruppe (Irina Schulika)
Kontrabass-Gruppe (Marc-Claude Giovo)

Die Chöre

Unter-, Mittel- und Oberstufenchor probten im September und Oktober mit Abstand, im Schicht-Verfahren, zum Teil über Videokonferenz oder mit anderen digitalen Hilfsmitteln. Den Ideen waren kaum Grenzen gesetzt, musste man sich doch mit der Situation arrangieren und Wege der Umsetzung finden. Seit November finden keine Präsenzproben mehr statt, sogar Prüfungen im Oberstufenchor wurden online durchgeführt.

Big Band und Orchester

Die Big Band und das Orchester probten im September 2020 erstmalig im Bewegungsraum, da dort der Mindestabstand und die Hygienevorschriften besser eingehalten werden konnten. Mit Arrangements wie „Superstition“ und „Ain’t No Mountain High Enough“ erweiterten die 22 aktiven Mitglieder der Big Band noch einmal ihr umfangreiches Repertoire. Darüber hinaus wurden immer wieder auch beliebte „Klassiker“ aus den letzten Schuljahren wie „Back in Black“ von ACDC angespielt. Die 17 aktiven Teilnehmer*innen des Wahlkurses „Orchester“ übten unter anderem den bekannten „Kanon in D“ von Johann Pachelbel sowie eine Adaption der „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg. Auch die im letzten Schuljahr erlernten Stücke wie „City of Stars“, „Game of Thrones“ oder „Lion King“ wurden in den Proben immer wieder gerne und souverän musiziert. Aufgrund stark steigender Corona-Infektionszahlen musste die so vielversprechend begonnene Probenarbeit der beiden Ensembles leider bereits Ende Oktober wieder eingestellt werden. Das geplante Adventsständchen im Innenhof des Caritas-Seniorenheims St. Johannes konnte ebenso wenig stattfinden wie alle anderen länger- und kurzfristig geplanten Konzerte und Auftritte.

Musik Additum und Seminare

Im Schuljahr 2020/21 wählten insgesamt sechs Schüler*innen die Möglichkeit, das Musik-Additum zu belegen. Es gibt in diesem Schuljahr insgesamt vier Oberstufen-Seminare – davon je zwei P- und zwei W-Seminare:

- P-Seminar „Instrumente selber bauen“
- P-Seminar „Unterricht von Schülern für Schüler“
- W-Seminar „Filmmusik“
- W-Seminar „Musik in der Region Neumarkt (2)“

Um den Bogen noch einmal zurück zur eingangs erwähnten Erna Woll zu spannen, hoffen wir, dass wir im kommenden Schuljahr nun nicht mehr die Stille, sondern wieder Töne ordnen und musikalisch existieren dürfen.

Peter Bruckschlögl und Katharina Zucker