Willibald-Gluck-Gymnasium

Mit vielen externen Partnern betritt das WGG Neuland für bayerische Gymnasien

„Ich finde es gut, dass ihr euch so engagiert“, lobte Michael Vogel, der Vorstand der Jurenergie rund 50 Schülerinnen und Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums. Diese hatten sich zusammen mit ihren Lehrerinnen Linda Kraus und Yvonne Westiner und Schulleiter Bernhard Schiffer am 4. März in der Raiffeisenbank eingefunden, um eine Schülergenossenschaft auf den Weg zu bringen. Das WGG trägt damit seinem wirtschaftswissenschaftlichen Profil Rechnung und ist auch eines der ersten bayerischen Gymnasien, das ein solches Projekt startet.

Dabei erarbeiten die Schülerinnen und Schüler eigene Geschäftsideen, geben sich eine Satzung und Organisationsstrukturen, klären Arbeitsabläufe, schreiben einen Businessplan und entwickeln Marketingkonzepte. Damit wird ein Lernen ermöglicht, das den üblichen Abläufen im tatsächlichen Wirtschaftsleben schon recht nahekommt. Das Besondere an dieser Unternehmensform ist, dass hier Verantwortung und Entscheidungen auf viele Schultern verteilt werden. Eine Genossenschaft baut also auf Kommunikation, Kooperation und demokratische Mitbestimmung. Das sind auch in der Schule zentrale Bildungsziele. „Die Arbeit in diesem Projekt bietet also besondere Lernchancen im Hinblick auf Demokratieerziehung und konkretem Lebensbezug“, so Philipp Dull, der diese Initiative als Wirtschaftslehrer am WGG betreut.

Umso wertvoller wird dieses Projekt, weil es von zahlreichen Partnern aus der Region begleitet wird, die die nötige Expertise und einen reichen Erfahrungsschatz mitbringen. Tatkräftig unterstützt wird die Initiative nämlich von der Neumarkter Raiffeisenbank, der Bürgergenossenschaft Jurenerige e.G, der regionalen Innovationsagentur des Landkreises, dem Digitalen Gründerzentrum Parsberg und dem Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Das hat sich gleich in dieser Auftaktveranstaltung gezeigt. Oliver Melde von der Raiffeisenbank und Franz Penker, Regionaldirektor des Genossenschaftsverbandes für die Oberpfalz, informierten über Ziele und die Struktur von Genossenschaften. Nach dieser kurzen Einführung standen sie ebenso wie Michael Vogel von der Jurenergie und Roland Hadwiger von der Kreisentwicklung des Landratsamts den Schülerinnen und Schülern mit Rat und Tat zur Seite. In Kleingruppen wurden zum Beispiel Buchführung, Controlling und Marketing besprochen. Bis zur Gründung der Schülergenossenschaften ist allerdings noch ein Stück zu gehen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in den nächsten Wochen eine Satzung aus, die dann auf einer Generalversammlung im Juni verabschiedet werden soll, um die Schülergenossenschaft als nachhaltigen Bestandteil der Schulkultur am WGG fest zu etablieren. Eine erste Geschäftsidee steht ebenfalls schon fest, nämlich die Weiterentwicklung und der Vertrieb eines WGG-Hausaufgabenhefts. Auch weitere Projektideen sind schon in Planung.

Dies und der engagierte Auftakt versprechen, dass viele Schülergenerationen auch noch in Zukunft Ihre Anliegen in der Schülergenossenschaft am WGG einbringen können. So gelingt vielleicht, was der Begründer der Raiffeisenbewegung Friedrich Wilhelm Raiffeisen schon vor über 100 Jahren auf den Punkt gebracht hat: „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“