Willibald-Gluck-Gymnasium

Leinwände als Ausdruck der partnerschaftlichen Zusammenarbeit,
Fingerabdrücke für gegenseitigen Respekt

Insgesamt zehn Mal treffen sich die Schülergruppen der Schwarzachtal-Schule in Berg und des WGG in Neumarkt an rotierenden Werktagen, um die gemeinsamen Projekte zu entwickeln. Abwechselnd fahren Kleinbusse von Neumarkt nach Berg und von Berg nach Neumarkt. Die Treffen waren stets geprägt von gegenseitigem Respekt, der Wertschätzung der Gedanken des anderen sowie einer Atmosphäre von Gemeinsamkeit und Gleichberechtigung. So lag es alsbald nahe, dass alle Beteiligten wie die Schulleitungen übereinkamen in der Idee, die Zusammenarbeit beider Schulen auch sichtbar zu machen, sozusagen als erstes von weiteren, folgenden Projekten. Sinnbildlich hierfür stehen die Leinwände mit den Fingerabdrücken der Schulgemeinschaften in Berg und Neumarkt, durch die jeder und jede einzelne den Gedanken eines friedlichen und respektvollen Miteinanders und den aktiven Einsatz gegen jede Form von Ausgrenzung faktisch „abstempelte“. Das kommt gerade durch die Fingerabdrücke selbst zum Ausdruck.

Malen Banner

Jeder einzelne Abdruck spiegelt die Einmaligkeit dessen wider, der diesen auf die Leinwand gesetzt hat. Zudem führt die Mehrfarbigkeit der Abdrücke deutlich vor Augen, was wir uns von einer Gesellschaft wünschen, die Freiheit als hohen Wert begreift. Bunt soll sie sein, diese Gesellschaft, sozusagen einen sicheren Raum für eben die Einmaligkeit eines/einer jeden und deren Entfaltung bieten. Aber da ist auch der Spaß, den die gemeinsame Gestaltung der Leinwände ebenso machte, wie das Sammeln von Fingerabdrücken in der Pausenhalle des WGG. Das kommt hoffentlich in den Bildern entsprechend zur Geltung.

Fingerabdrücke

Damit hängt ein Zeugnis des vorbehaltlosen Miteinanders und respektvollen Umgangs (deshalb „respect“ auf den Leinwänden – dies auch das Motto des Flashmob am 13.07.2012) in beiden Partnerschulen. Die Leinwände wurden gezeigt und übergeben im Rahmen der feierlichen Einweihung des Umbaus der Schwarzachtal-Schule in Berg und ihres Ganztagsbereichs am 19. Mai 2012.

Berger Schule

Bereits im Schuljahr 2010/2011 bahnte sich eine enge Zusammenarbeit des WGG mit den von Markus Fügl an der Schwarzachtal-Mittelschule in Berg betreuten Schülergruppen an. Unterrichtsstunden und Gespräche zu Gewalterfahrungen und Gewaltprävention bildeten faktische die ersten Berührungspunkte.

Daran konnten wir alle – d.h. neben dem genannten Markus Fügl und den Berger Schüler/innen, die „Wir gegen Gewalt“-AG nebst „Sympathisant/innen“ und mir als betreuende Lehrkraft – nahtlos anknüpfen. Mit Hilfe der Jugendbildungsstätte Unterfranken in Würzburg und ihren Teamern Zehra und Michael gelang eine erfahrungsreiche zweitägige Ausbildung von Schüler/innen der beiden Schulen im Programm aktivcoach. Ab da war klar: Treffen sollten regelmäßig stattfinden, gemeinsame Aktionen sollten ersonnen, geplant und durchgeführt werden.

Die Unterstützung der Schulleiter beider Schulen, Frau Altmann für Berg und Herr Schiffer für das WGG, brauchte nicht erst erbeten werden, beide sorgten für eine ausgezeichnete Absicherung der Arbeitsmöglichkeiten der nun neu entstandenen, schulartenübergreifenden Arbeitsgemeinschaft. Denn, was im Alltag, im Verein und im täglichen Miteinander gelingt, der einfache und normale Umgang miteinander, sollte doch auch zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Schularten nichts Unmögliches darstellen. Im Sportverein oder in Interessengruppen stellt doch die besuchte Schule auch kein Merkmal zur Abgrenzung voneinander dar.

Thomas J. Kraus