Willibald-Gluck-Gymnasium

Schach gegen die Welt

„Wichtig ist das Studium der Schachgeschichte, eine eingehende Bekanntschaft mit der Schöpfung großer Meister der Vergangenheit, profundes Wissen über Entwicklung verschiedener Richtungen und Ideen im Schach, was ebenfalls eine Voraussetzung für zukünftige eigene Erfolge ist.“

(Michael Botwinnik, Schachweltmeister 1958-1960 und 1961-1963)

Nun, der Weg zum Schachgroßmeister ist ein langer und steiniger und es wäre vermessen zu behaupten, dass dies das Ziel des Wahlkurses Schach am WGG wäre. Doch eine Verbesserung der Analysefähigkeit und damit eine Steigerung der Spielstärke lassen sich oftmals bei den Fünft- und Sechstklässlern feststellen. Vor allem die Aussagen mancher Eltern „Früher habe ich ihn oft besiegt, aber jetzt gewinnt er regelmäßig“ lassen darauf schließen.
Als Schachlehrer stellt man fest, dass sich die schachlichen Fähigkeiten nach Turnieren oder Übungspartien in diesem jungen Alter noch schnell und überproportional steigern lassen. Auch bei unserem Gastschüler von der Weinberger Mittelschule war das der Fall. Steven Runde belegte beim traditionellen Nikolausturnier (5 Minuten Bedenkzeit) den 2. Platz hinter dem einzigen Mädchen des Wahlkurses, Johanna Mederer (7e). Wenninger Lorenz aus der 6a erreichte den Bronzerang.

Beim Osterhasenturnier 2014 lag wiederum Johanna auf Platz 1, gefolgt von Tom Windsch aus der 5e und Moritz Wurm aus der 7b. Diese mit Pokalen, Urkunden und Osterhasen dotierten Platzierungen waren sicherlich einfacher zu erreichen als das bei schulübergreifenden Turnieren der Fall ist. Davon gab es zwei für die Teilnehmer des Wahlkurses und andere schachinfizierte Schüler.
Am 29. November fanden die Oberpfalzmeisterschaften zum wiederholten Male in Regensburg statt und am 22. März die Bayerischen in Roth, zu denen sogar Finanzminister Söder erschien. Auch der Autor dieser Zeilen versuchte sein Glück dort bei den Bayerischen Lehrermeisterschaften, musste aber erkennen, dass er nur ein kleines Licht unter vielen Leuchten war.
Auf Oberpfalzebene landete das Team in der Wertungsklasse IV mit Lorenz Schilay, Paul Neppert, Max Herrmann und Tom Windsch auf dem 2. Platz, punktgleich mit dem Sieger. Die zweite Mannschaft belegte den 24. Platz und sammelte Erfahrung. In der WK II war die Konkurrenz auch sehr stark. Hier reichte es nur zu Platz 16. Zum ersten Male stellte das WGG eine reine Mädchenmannschaft, die noch relativ jung war (eine Schülerin aus der 10. Klasse, die anderen besuchen alle die 7. Klasse). Mit Eva Schilay, Eva Herrmann, Julia Sayler und Johanna Mederer gelang ein Spitzenergebnis: Die Gluckerinnen belegten den tollen 3. Platz von 9 Mannschaften in der Mädchenklasse und durften ebenfalls einen Pokal nach Hause nehmen.
Nur der Sieger in jeder Wertungsklasse qualifiziert sich für die Bayerische Meisterschaft. Der Sieger in der WK IV trat dort aber gar nicht an, so dass das WGG-Team auch aufgrund eines Freiplatzes für das Finale der besten zehn Mannschaften aufgestellt war. Verstärkt wurde die Mannschaft durch Sebastian Lenz (5b). Am Ende reichte es nur zu einem 4. Platz. Man war nicht ausreichend gleichmäßig besetzt gewesen, was auf bayerischer Ebene fast eine Voraussetzung ist.
Insgesamt war es trotzdem ein schöner Erfolg!

Das Team auf der Bayerischen Meisterschaft in Roth: Platz 4.

In diesem Jahr stand noch ein außergewöhnliches Turnier auf dem ‚Schachlehrplan‘: Das Yes2chess Schulschachturnier für Schüler aus den Klassen 1-6 aus Deutschland, den USA, England, Portugal, Spanien und noch einigen anderen Ländern, das im Internet gespielt wurde. Dazu musste eigens ein Portal auf dem Schulserver freigeschaltet werden. Eine Mannschaft besteht dabei aus fünf Schülern: unser Team bestand aus Lorenz Schilay, Paul Neppert, Vincent Wolff, Tom Windsch und Lorenz Wenninger. Mangelnde Spielerfahrung der Neulinge bedeuteten oftmals einen schnellen Partieverlust mit einer auf 20 Minuten und 10 Sekunden Extrazeit für jeden gemachten Zug fixierten Spielzeit.
Unsere erfahrenen Vereinsspieler auf den ersten beiden Brettern hielten das WGG aber im Spiel. Die Vorrunde aus fünf Mannschaften bestehend beendeten wir auf dem 3. Platz. Dabei waren die ersten drei punktgleich mit je drei Siegen und einer Niederlage. Allein die schlechtere Brettpunktzahl bewirkte letztlich unser Ausscheiden, obwohl wir dem Gewinner der Gruppe eine knappe Niederlage zugefügt hatten. Auf Deutschlandebene stehen noch die KO-Runden aus. Der Sieger aus Deutschland fliegt zum Finale im Juli nach London. Wir wären gerne dabei gewesen. Aber ein Einblick in die Welt des Schachspielens im Internet durften unsere Pioniere auf Schulebene schon sammeln. Vielleicht bietet sich mal wieder eine Gelegenheit dazu nach dem Sammeln von „ profunde[m] Wissen über Entwicklung verschiedener Richtungen und Ideen im Schach“, so dass es in Zukunft auch heißen kann:
Schach und Matt dem Gegner!

PS: Ausblick auf das nächste Schuljahr: Die Bayerischen Schulschachmeisterschaften 2015 finden voraussichtlich in Neumarkt statt.

F.X. Beer