Willibald-Gluck-Gymnasium

Unter Kannibalen

„Der kleine Schatz wird sich nicht die Hände waschen, es gibt Wichtigeres zu tun.“ Mit diesem Satz quittiert Max die dringende Aufforderung seiner Mutter, sich nun endlich für das Abendessen bereit zu machen. Eltern und Schüler kennen diese Situation. Deshalb war gleich zu Beginn des Stücks „Wilde Kerle“ vielfaches und wissendes Grinsen im Publikum zu sehen. Bei der Aufführung dieser auch wilden Geschichte durch die Theatergruppe des WGG war der Mehrzweckraum des Gluck-Gymnasiums am 18.7. gut gefüllt.

Im Vordergrund: Häuptling Muffo (Matei Popan), am Pfahl: Max (Dominik Truber)

Weil der Held Max den mütterlichen Anordnungen nicht Folge leistet, wird er ohne Essen ins Bett geschickt. Was die Wirklichkeit nicht zulässt, wird dann durch Träume möglich. Eine Reise ins Land der Wilden, deren König er werden soll, beginnt. Dabei schafft Max es immer wieder, trotz aller Gefahren sein Geschick selbst in die Hand zu nehmen. Das ist zunächst gar nicht so einfach. Max startet dort nämlich am Marterpfahl der Wilden, die recht versessen auf Menschenfleisch sind. Die Zuneigung und Hilfe der Häuptlingstochter ermöglichen Max aber diverse Zweikämpfe für sich zu entscheiden und schließlich sogar König der wilden Muffons zu werden. Dann packt Max jedoch heftig das Heimweh. Aber auch dabei bleibt Max ganz er selbst. Die schöne Häuptlingstochter nimmt Max auch gegen Widerstände mit zurück in die Wirklichkeit, um sie seiner Mutter als Lara Croft vorzustellen. Diese hatte Max als James Bond eingangs des Stücks aus den Klauen der Mafia wollen. Diese Mission hatte es dem Helden auch ganz und gar unmöglich gemacht, sich die Hände zu waschen.

Die ganze Truppe während des Schlussapplauses

Dieser bunte, oft komische und durchwegs spannende Reigen wurde mit einem anhaltenden Schlussapplaus belohnt. Die Geschichte basiert auf Maurice Sendaks Kinderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“. Im Laufe der Bearbeitung wurde daraus indes ein selbst verfasstes Stück. Dieser Kreativprozess verdankte sich einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Helga Erm und ihre Theatergruppe haben sich nämlich für dieses Theaterstück mit einem Projektseminar aus dem Fach Kunst zusammengetan. Neben vielen Ideen steuerte das Seminar unter Leitung von Beate Orthwein auch das Bühnenbild, die fantasievollen Kostüme und die Requisiten bei. Zählt man die oft unterschätzte Technik mit, waren an dieser Produktion über 25 Schüler und Schülerinnen und vier Lehrkräfte des WGG beteiligt.