Willibald-Gluck-Gymnasium

Besuch im Smart Grid Labor von Siemens

Wie intelligente Stromnetze (sogenannte Smart Grids) in Zukunft funktionieren, testet die Siemens-For­schungsabteilung in einem speziellen Labor in Erlangen. Das P-Seminar „Modernes Stromnetz“ hatte im Rahmen des Vision-Ing-21-Wettbewerbs ein Modell eines modernen Stromnetzes entwickelt. Während eines Schnupperpraktikums bei Siemens wurde von einem Seminarteilnehmer ein Kontakt zu Siemens hergestellt, durch den ein Besuch im Smart-Grid-Labor möglich wurde. Herr Prof. Dr. Hellinger, der die Forschungsabteilung leitet, begrüßte persönlich die Schüler, die mitsamt ihrem selbst gebauten Modell angereist waren. In einem kurzen Vortrag erläuterte das Seminar den Zuhörern von Siemens Ziel und Zweck ihres Modells, das mit Hilfe von Anzeigen das Zusammenspiel von Erzeugern und Verbrauchern in einem Netz darstellt. In der anschließenden Diskussion, die für die Seminarteilnehmer sicherlich eine aufregende Erfahrung war, zeigten die Experten von Siemens ihr großes Interesse an dem Modell.

Expertengespräch
Schüler des P-Seminars im Gespräch mit den Experten der Firma Siemens. (privat)

Nach einer sehr informativen Präsentation zu Smart Grids ging es dann für die Gruppe in das Labor. Wie im Schülermodell sind in einem großen Raum Erzeuger und Verbraucher nachgebildet: Zum Beispiel werden ein Blockheizkraftwerk, PV-Anlagen und verschiedene Lasten modelliert. Ein Dieselgenerator kann etwa eine Biomasseanlage simulieren. In einem Schrank befinden sich zahlreiche Batterien, die Energie speichern können. Wie das P-Seminar es mit seinem Modell gemacht hat, werden im Smart-Grid-Labor verschiedene Szenarien der Stromerzeugung und des Stromverbrauchs simuliert und untersucht, ob sich die erzeugte Leistung und die verbrauchte Leistung im Netz die Waage halten können. Ist dies nicht der Fall, drohen Instabilitäten und im schlimmsten Fall ein kompletter Stromausfall (Blackout). Je mehr schwankende (volatile) Erzeuger wie Wind- und Photovoltaikanlagen Energie ins Netz speisen, umso schwieriger ist es die Waage zwischen Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht zu halten. Intelligente Steuer- und Regelungssysteme sollen für Ausgeglichenheit sorgen. Im Zuge der Energiewende werden immer mehr dezentrale oder volatile Erzeugereinheiten an das Stromnetz angeschlossen, was die große Herausforderung für die Netzbetreiber darstellt. Im Erlanger Smart-Grid-Labor werden diese Anforderungen an das moderne Netz im Kleinen simuliert.

Ein ausgiebiges Mittagessen rundete die Veranstaltung ab. Erfreulich war es, dass die Siemensmitarbeiter sich während des Essens die Zeit nahmen, fachliche und berufliche Fragen der Schüler zu beantworten. An dieser Stelle sei Frau Hänsel gedankt, die das Zusammentreffen möglich gemacht hat!

Über zwei Aspekte habe ich mich als betreuende Lehrkraft am meisten gefreut: das von den Schülern geschaffene Modell weist viele Ähnlichkeiten zum professionellen Modell auf und beruht auf den gleichen Grundlagen, die für die Schule nur reduziert wurden. Dies sahen viele Schüler des Kurses und erkannten somit die Relevanz und Aktualität ihres Modells. Der zweite Aspekt ist die Wichtigkeit der Veranstaltung, was Studien- und Berufsorientierung betrifft. So vertraute mir ein Schüler an, dass er sich nun sicher sei Elektrotechnik zu studieren. Der Besuch des Labors habe ihn „total fasziniert“. Somit können meiner Meinung nach derartige Exkursionen einen Schüler bei der Studienwahl weiter bringen.

U. Englert