Willibald-Gluck-Gymnasium

Heine für das WGG

Am Saxophon Christian Georgi, an der Gitarre Jörg Kokott.

Wehmütige und exotische Saxphon-Klangfetzen hörte man zuerst. Vorgetragen von Christian Georgi, der sich dabei im Gegenlicht der riesigen Fenster im Veranstaltungssaal des Landratsamts vom Eingang auf den Weg zur Bühne machte. Auf der anderen Seite des Saals war der berühmte Dichter Heinrich Heine zu vernehmen. Nicht selbst freilich. Jörg Kokott lieh dem toten Dichter seine tragende Stimme. So setzte am Freitag, den 7. April das Programm ein, mit dem –so das Anliegen der beiden Künstler – über 200 Schülern des WGG gezeigt werden sollte, dass Heine gar nicht so tot sei, wie man von einem 1856 verstorbenen Dichter eigentlich annehmen sollte. Das Feld solchermaßen von hinten aufzurollen, wie Georgi und Kokott das getan haben, hätte Heine wohl gefallen, denn auch viele seiner Werke haben einen ironischen Stachel und spielen mit Erwartungen und Gewohnheiten. Eine ganze Reihe dieser Werke präsentierte das Künstlerduo über eine Stunde lang, sodass eine bunte Collage entstand. Dabei erschein Heine tatsächlich lebendig und das, was da zu den Themen Politik, Staat, Gesellschaft und natürlich Liebe zu hören war, erstaunlich aktuell. Die Fähigkeit Heines, auch schwierige Themen in leichtfüßige Gedichte zu kleiden, hatte daran großen Anteil. Ebenso wie das Vermögen der beiden Künstler, den typischen Heine-Ton zu treffen und zu verstärken. Einige Gedichte wurden rezitiert, andere von Jörg Kokott mit der Gitarre vortragen, mal im Wolfgang-Biermann-Ton mal als andalusische Weise. Begleitet wurde Kokott durchwegs von Georgis. Dieser setzte diverse Flöten, Saxophone und Zauberflöte, einer Art Flötensyntheziser, virtuos ein. Vogelsang, Basstuba, bloßes Geräusch und Jazzeinlagen, auf der Bühne war auch in Sachen Blasinstrumente einiges geboten. Mit dem Heine-Programm beschlossen die beiden Künstler eine Reihe von Veranstaltungen im Landratsamt. Seit Donnerstag waren die 6. Klassen in den Genuss einer Veranstaltung zum Thema Fabel gekommen. Die Achtklässer lernten berühmte Balladen einmal jenseits des Schulbuchs kennen.