Willibald-Gluck-Gymnasium

„Feuerwasser?“

Reaktion von Natriumperoxid mit Wasser

Prinzip des Versuches: Natriumperoxid wird auf den Brennstoff Holzwolle gestreut. Wenige Tropfen Wasser führen zur Entzündung der Holzwolle.

Geräte Chemikalien
Feuerfeste Unterlage
1 – 2 Liter Becherglas
Spatellöffel
Holzwolle
Natriumperoxid Na2O2 (C, O)
Wasser aus der Spritzflasche

Sicherheit

Schutzbrille! Abzug bzw. Schutzscheibe und Lüftung!

Versuchsvorbereitung :

Kurz vor der Vorführung des Versuchs wird die Holzwolle so im Becherglas verteilt, dass sie den Boden dicht bedeckt und an den Rändern 10 cm hoch reicht. Im Zentrum werden für den Zuschauer unsichtbar zwei Spatellöffel Natriumperoxid platziert.

Versuchsdurchführung:

Der Versuchsansatz wird auf die feuerfeste Unterlage gestellt. Aus der Spritzflasche werden einige Tropfen Wasser auf das Natriumperoxid gegeben.

Beobachtungen:

Nach einigen Sekunden ist ein Zischen hörbar, Feuerblitze werden sichtbar und eine Rauchbildung setzt ein. Dann entzündet sich die Holzwolle und brennt ab.

Erklärung:

Natriumperoxid bildet mit Wasser in einem stark exothermen Lösungsvorgang Na2O2 ⋅ 8 H2O.
Anschließend bildet sich Natronlauge und Wasserstoffperoxid, das schnell in Wasser und atomaren Sauerstoff zerfällt. Hitze und atomarer Sauerstoff entzünden den Brennstoff Holzwolle.

Reaktionsgleichungen:

Na2O2(s) + 2 H2O(l) → 2 NaOH(aq) + H2O2 (aq); ΔER < 0

H2O2(aq) → H2O(l) + <O>(g);

Bermerkung:

Der Versuch muss immer frisch angesetzt werden. Wird zuviel Wasser zugegeben, kommt es evtl. nur zum Rauchen, nicht aber zur Verbrennung.

Entsorgung:

Nach dem Abkühlen setzt man die verbliebene Holzwolle unter Wasser und seiht diese ab. Die alkalische Lösung kommt zu den Laugenabfällen; die Holzwolle bzw. die Aschereste können im Restmüll entsorgt werden.

Quellen (verändert):

H.W.Roesky, K.Möckel, Chemische Kabinettstücke, „Selbstentzündliche Holzwolle“,
VHC Verlagsgesellschaft, Weinheim, 1994, S. 35
Heinz Schmidkunz,Werner Rentsch, Chemische Freihandversuche Band I, Aulis Verlag, 2011, S. 73