Willibald-Gluck-Gymnasium

Birgit Lutz Vortrag am WGG

„Ich möchte weitergeben, was ich gesehen habe“, sagt die Neumarkterin Birgit Lutz, die im Jahr 1993 am Willibald-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat. Seither ist sie weit in der Welt herumgekommen. Besonders beeindruckt hat sie dabei die Schönheit der nördlichen Polarregion. Deshalb hat die studierte Journalistin, die auch für die Süddeutsche Zeitung gearbeitet hat, sich den Schutz dieser Gegend zur Aufgabe gemacht.

Fischernetze, Sonnencremetuben, Barbie-Pferde, Strohhalme – viele Strände im hohen Norden gleichen Müllhalden. Mit eindrücklichen Bildern setzte Lutz dies zu Beginn ihres Vortrags am 30. Januar am WGG in Szene – Bilder, die der konsumverliebte Mitteleuropäer nur selten zu Gesicht bekommt, weshalb dieser Missstand viel zu wenig thematisiert wird. Mit der anschließenden Präsentation gelang es Birgit Lutz jedoch, die Schüler der 11. Jahrgangsstufe über das Ausmaß des Plastikmüllproblems in den Weltmeeren aufzuklären. Dabei mahnte sie an, dass es eben nicht egal sei, noch einen Becher coffee-to-go gedankenlos mitzunehmen. Derzeit liegt die Plastikmüllproduktion bei 331 Millionen Tonnen im Jahr. Das ist 20 Mal mehr als 1964; Prognosen rechnen mit 1124 Millionen Tonnen im Jahr 2050. Die heutige Schülergeneration droht also in Zukunft im Müll zu ertrinken. Darum will Birgit Lutz gerade diejenigen ansprechen, die die Zukunft gestalten werden. Die Präsentation ist nicht nur eine Rückkehr an ihr ehemaliges Gymnasium, sondern Startpunkt einer Vortragsreihe an weiteren Schulen, um auch dort ein Bewusstsein für die Folgen unseres Konsumverhaltens zu wecken.

Tatkräftig ist Birgit Lutz selbst seit mehreren Jahren im Rahmen eines Projekts in Spitzbergen unterwegs: Dort sammelt sie mit Touristen Müll und wertet die Befunde zusammen mit Wissenschaftlern des Alfred-Wegner-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven aus. Deutlich wurde im letzten Teil des Vortrags: Das ist anstrengend, das stinkt und man braucht Handschuhe. Aber es ist nötig, will man der Polarregion ihre ursprüngliche Schönheit zurückgeben.

W. Gelo, Chris Wurm