Willibald-Gluck-Gymnasium

Lesung und Gespräch mit Autor Leonhard F. Seidl am WGG

„Die Jugend könne das Bestehende ruhig mehr hinterfragen“. Das forderte der Autor Leonhard F. Seidl am Ende seiner Lesung am 2. Februar von den Schülern des WGG. Nicht ohne hinzzufügen, dass man es sich dabei aber auch nicht zu einfach machen darf. Das führt dann zu Fanatismus und Ausgrenzung. Das ist auch das Thema seines jüngsten Kriminalromans mit dem Titel „Fronten“, aus dem Seidel in der Mensa der beiden Gymnasien vortrug. In der spannenden Geschichte läuft ein bosnischer Waffensammler Amok, „Reichsbürger“ wittern überall Verschwörungen und sinnen auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten. Das alles spielt im erfundenen oberbayrischen Ort Auffing und beruht auf einem wahren Fall. Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege seiner drei Helden und erzählt dabei in Blitzlichtern die Zeitgeschichte seit 1988. So entsteht ein hochaktueller Roman über Rassismus und, Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst. Und über den Mut, den es braucht, um diesen Tendenzen zu begegnen.

Seidl kann gut mit Schülern umgehen, das wurde während der Lesung deutlich. Mehrfach unterbrach er nämlich die Lesung, um mit den Schülern über die Geschichte und die aktuelle Weltlage ins Gespräch zu kommen. Eine Passage hat Seidl sogar zusammen mit einem Schüler vorgelesen.

Leonhard F. Seidl, geboren 1976 in München, ist Schriftsteller und Sozialarbeiter. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, u.a. für seine Arbeit „Beschriebene Blätter — kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen“, wofür er freiwillig im Knast saß. „Fronten“ ist bereits sein 4. Roman.

W. Gelo

Autor Leonhard F. Seidl
Autor Leonhard F. Seidl