Willibald-Gluck-Gymnasium

Hoher Besuch zu Willibald Glucks Geburtstag am WGG

Interview mit Willibald Gluck

Die Schüler des Willibald-Gluck-Gymnasiums (WGG) staunten nicht schlecht, als am 2. Juli der aus dem Reich des Todes zurückgekehrte Willibald Ritter von Gluck ausgerechnet an seinem 298. Geburtstag leibhaftig in der Aula ihrer Schule auftauchte.

Der Opernkomponist wunderte sich ebenfalls sehr über die modernen Zeiten, das „Kaff“ Neumarkt und die gymnasialen Räumlichkeiten, in die es ihn verschlagen hatte. Besonders enttäuscht war er darüber, dass seine Musik heutzutage so wenig Beachtung findet und die Schüler lieber in seinen Ohren grauenhafte Techno- oder Rap-Musik hören oder Grunge von Kurt Cobain, den er aus dem Jenseits kennt. Das muss anders werden, forderte er und riet dringend zu einer Rückbesinnung auf seine Klänge, seine genialen Kompositionen in einem Gymnasium, das ja nach ihm benannt ist, wie er erstaunt bemerkte.

Es war der Kollegiat Pascal Czerwek , der da so grandios in Glucks Rolle geschlüpft war. Er und seine Interviewerin Valeria van Dijk sind Schüler der Q11, die, wie noch zwölf andere, ein P-Seminar im Fach Kunst belegt haben, bei dem es in der Projektphase darum geht, Bühnenbilder zu gestalten und Theatertexte zu erstellen. Die thekenartige Sperrholzkonstruktion mit zwei Säulen links und rechts wurde von handwerklich begabten Schülern unter der Leitung von Beate Orthwein erstellt und bemalt, für den Feinschliff des Dialogs der beiden Schauspieler sorgte Dr. Susanne Kleinöder-Strobel.

Die Bühnenaufbauten waren mit Bildern von Orten verziert, die im Leben des weitgereisten Willibald Gluck eine große Rolle spielten; sie zeigten z.B. sein Geburtshaus im nahegelegenen Erasbach, den Stephansdom in Wien, den Mailänder Dom und Londoner Sehenswürdigkeiten.

beim musizieren

Geheimnisvolle Wesen mit Gluckmasken im Andy-Warhol-Stil schritten umher und positionierten sich. Nahezu von den Schülern gestürmt wurde die Theke, als „Gluckskekse“ und Schokomuffins angeboten wurden. Wer nichts ergatterte, konnte sich an dem von der SMV aufgebauten Verpflegungsstand versorgen – sogar mit Eis. In den Genuss von Mozartkugeln kamen aber nur Lehrkräfte, die in den 5. und 6. Klassen unterrichteten, die Willibald Gluck nach der Pause besuchte, um nach dem Rechten zu sehen und Fragen über den Unterricht in heutiger Zeit zu stellen. Er wunderte sich sehr, dass heutzutage sogar weibliche Lehrkräfte unterrichten dürfen. Bei einem Plausch mit Schulleiter Bernhard Schiffer wurde dieser zu seinen Studienorten und den Fahrzeugen befragt, die Autos genannt werden.

beim musizieren

Etwas erschöpft ließ sich der Gast in der zweiten Pause in einem gemütlichen Sessel vor der Bühne in der Aula nieder und war sehr angetan zu hören, dass seiner Person am WGG doch angemessener Respekt gezollt wird, denn es gab Live-Versionen von zwei seiner Kompositionen zu hören, dargeboten von der Schülerin Evelyn Schenkel, StR Gunther Wagenhofer und begleitet am Klavier von Musiklehrer Wolfgang Müller. Schließlich verabschiedete sich der Namenspatron der Schule von den Schülern unter den vom Schulradio-Team präsentierten Klängen von Wolfgang Ambros` Lied „Es lebe der Zentralfriedhof“, um eben dorthin nach Wien zurückzukehren, wo er seine letzte Ruhestätte gefunden hat – nicht ohne zu versprechen, spätestens zu seinem dreihundertsten Geburtstag 2014 wieder vorbeizuschauen.

Horst Spandler

Fotos: S. Schwedux