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Protest mit roten Händen
Einer der Schwerpunkte des Ethikunterrichts in der
9. Jahrgangsstufe ist das Thema „Krieg und Gewalt“. In diesem
Zusammenhang hatten wir uns mit der Hitlerjugend beschäftigt und einen
Film über Kindersoldaten in Mosambik angesehen. Die Schüler waren
empört, wie in beiden Fällen Kinder ausgenutzt und um ihre Jugend
gebracht wurden.
Als dann eines Tages das Gespräch auf den Red Hand Day kam, den internationalen
Protesttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, war der Entschluss
rasch gefasst: Da machen wir mit und setzen an unserer Schule selbst
ein Zeichen. Das lag auch deshalb nahe, weil es zu unserem Schul-Image
als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ passt.
Das Konzept des Red Hand Days besteht darin, dass weltweit Kinder
rote Abdrücke ihrer Hand auf ein Blatt Papier machen und an
einflussreiche Personen übergeben, die sie an Politiker weiterreichen,
damit diese etwas dagegen unternehmen, dass Kinder als Soldaten
eingesetzt werden.
Der globale Protesttag ist der 12. Februar, weil an diesem Datum im
Jahr 2002 in der UN-Kinderrechtskonvention der Missbrauch von Kindern
als Soldaten verboten wurde. Da es aber weltweit immer noch geschätzte
250 000 Kindersoldaten gibt, ist noch viel zu tun.
Auch für die Ethikschüler der 9. Klasse gab es viel zu tun, um die
Aktion zu planen, z.B. sie auf den 18. Februar festlegen (der 12. war
ein Samstag), Info-Plakate gestalten, rote Farbe bestellen, mit der
Schulleitung sprechen, Durchsagen machen, die Abgabe der Handabdrücke
logistisch geschickt zu regeln etc. Als Schirmherrin für unser
Vorhaben konnten wir Ruth Dorner, die Bürgermeisterin von Neumarkt,
gewinnen. Ein bisschen Bammel hatten wir schon, ob alles klappen
würde, aber es funktionierte dann fast besser als erwartet. Frau
Dorner konnte am Ende des Vormittags die Handabdrücke von ca. 600
Schülern und Lehrern entgegennehmen, um sie an die Bayerische
Staatskanzlei weiterzuleiten.
Ob wir damit das Leid der Kindersoldaten wirklich lindern konnten,
wissen wir nicht, aber wir haben es wenigstens versucht - und nicht
nur wir: Weil wir uns einer weltweiten Protestbewegung angeschlossen
haben, sind die Chancen nicht einmal so schlecht.
Horst Spandler
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Anschrift:
Willibald-Gluck-Gymnasium
Dr.-Grundler-Straße 7
92318 Neumarkt
Tel: 09181-4720
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