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Gluck-Codex (PDF)
Einführung
Wann immer sich Gemeinwesen bilden, ist es vonnöten, sich nicht nur
auf bestimmte Verhaltensregeln zu besinnen, sondern auch die Frage
nach den damit verbundenen Werten zu stellen, um sich der
Sinnhaftigkeit dieser Regeln bewusst zu werden. Aus diesem
Grund haben sich Schüler, Eltern und Lehrer des
Willibald-Gluck-Gymnasiums zusammengefunden und im gegenseitigen
Einvernehmen eine Sammlung gemeinsamer Wertvorstellungen
erarbeitet, die bindend für unsere Schule sein sollen. Es geht dabei
nicht um eine Auflistung von einklagbaren Ge- und Verboten, sondern
darum, dass unser aller Handeln von eben diesen Werten erfüllt sein
möge, und es geht uns um das ständige Bestreben, die im Folgenden
dargelegten Grundsätze zu Leitlinien unseres Umgangs miteinander zu
machen. Ziel dieses Vorhabens ist, dass wir — auf gleicher
Augenhöhe und partnerschaftlich — diese Werte leben, dass wir uns
täglich mit ihnen befassen und dass wir alle zur Einsicht kommen,
dass nur auf Grundlage dieser Werte unser Gemeinwesen gedeihen
kann.
1. Solidarisches Miteinander
Wir — Schüler, Eltern, Lehrer und alle am Willibald-Gluck-Gymnasium
Tätigen — verstehen uns als Schulgemeinschaft, deren Mitglieder sich
um Rücksicht, Verständnis und gegenseitige Hilfe bemühen.
Unser Ziel ist ein vertrauensvolles Miteinander, um unsere Schule als
lebenswerten Lernort zu gestalten. Dabei sehen wir uns als Partner,
die offen und vorurteilsfrei zusammenarbeiten und sich gegenseitig
unterstützen.
Die einzelnen Gruppen erachten in diesem Zusammenhang Folgendes als
besonders wichtig:
- Wir Schüler verhalten uns innerhalb der Klasse kameradschaftlich
und bemühen uns um eine gute Klassengemeinschaft, aus der sich
niemand ausgeschlossen fühlen muss. Mobbingversuchen treten wir
aktiv entgegen.
- Wir Eltern vermitteln auch zu Hause ein Bewusstsein für
solidarisches Miteinander und nehmen aktiv am Schulleben teil.
- Wir Lehrkräfte arbeiten kollegial zusammen und verstehen uns als
Team.
2. Respekt und Wertschätzung
Wir respektieren die Persönlichkeit aller und begegnen jedem mit
Wertschätzung. Dies geschieht unabhängig von Leistung, Engagement und
äußerem Erscheinungsbild. Jedes Mitglied der Schulgemeinschaft wird in
seiner Individualität wahrgenommen, gefördert und gefordert.
- Wir pflegen Freundlichkeit, Höflichkeit und Rücksicht und bemühen
uns um Ehrlichkeit.
- Wir sind neuen Mitgliedern unserer Schulgemeinschaft gegenüber
hilfsbereit und aufgeschlossen und nehmen diese ohne Vorurteile
auf.
- Wir erkennen Ordnung, Sauberkeit und verantwortungsvollen Umgang
mit Einrichtungen der Schule sowie dem Eigentum anderer als
Grundprinzipien des menschlichen Zusammenlebens an, weshalb wir
bemüht sind, diese Richtlinien gewissenhaft einzuhalten.
3. Toleranz und Gewaltlosigkeit
Das Miteinander an unserer Schule lässt Raum für
Verschiedenheit. Vielfalt erachten wir als Chance für die gesamte
Schulgemeinschaft. Deshalb zeigen wir Zivilcourage, wenn andere
beleidigt, diskriminiert, ausgegrenzt oder verletzt werden, denn wir
wollen Vorbilder sein.
- Gewalt in Wort und Tat lehnen wir ab.
- Wir versuchen, Konflikte durch offene und sachliche Gespräche zu
lösen.
- Wir sehen das Entwickeln einer Streitkultur als wichtige Aufgabe
an. Die kultivierte Auseinandersetzung über unterschiedliche
Meinungen betrachten wir als Ausdruck eines toleranten und
lebendigen Miteinanders.
4.Fairness
Vertrauensvolles Miteinander braucht Fairness und Anerkennung der Gleichwertigkeit jeder Persönlichkeit.
Die einzelnen Gruppen erachten in diesem Zusammenhang Folgendes als besonders wichtig:
- Wir Schüler grenzen niemanden aus, sondern bemühen uns, alle in
die Klassengemeinschaft einzubeziehen.
Unsere Eltern informieren wir
über wichtige schulische Ereignisse und bemühen uns um
Offenheit. Unseren Lehrern begegnen wir höflich und mit Respekt,
unabhängig von deren Persönlichkeit und Stellung in der
Schulgemeinschaft. Kritik soll vor Ort geleistet werden. Das
Vorführen von Lehrern im öffentlichen Raum, zum Beispiel im
Internet, erachten wir als unfaires Verhalten.
- Wir Eltern suchen den offenen und unvoreingenommenen
Meinungsaustausch mit anderen Eltern und den Lehrern.
Wir
versuchen, unsere Kinder so zu sehen, wie sie sind, und nehmen sie
mit ihren Fähigkeiten und Charaktereigenschaften an.
- Wir Lehrer behandeln alle Schüler und Eltern
gleich. Gleichbehandlung und Transparenz sind uns sowohl bei der
Beurteilung von Schülerleistungen als auch bei pädagogischen
Maßnahmen sehr wichtig. Letztere setzen wir zielführend und überlegt
ein und erklären sie den Schülern nachvollziehbar.
Eltern geben wir auf Nachfrage Auskunft über das Zustandekommen
einzelner Noten, den einer Arbeit zugrunde gelegten Unterrichtsstoff
und die Umstände, die zu einer bestimmten pädagogischen Maßnahme
geführt haben.
Wir treten unseren Kolleginnen und Kollegen unabhängig von deren
Stellung in der Hierarchie offen und freundlich gegenüber und
verhalten uns loyal.
5.Kritikfähigkeit
Ohne Kritik und Rückmeldungen kann es keine Verbesserungen und
Lösungen von Problemen geben. Dies betrifft Abläufe der
Schulverwaltung genauso wie die Gestaltung des Unterrichts, das
Miteinander in der Klasse oder die Unterstützung von zu Hause.
Wir bringen Kritik sachlich, freundlich und konstruktiv vor und nehmen sie offen auf.
- Wir Eltern und Schüler wenden uns bei schulischen Problemen an
erster Stelle an die Lehrkräfte und diskutieren die Angelegenheit
offen, sachlich, fair und höflich, um die Lage für die Betroffenen
zu verbessern.
- Wir Lehrkräfte nehmen die Probleme der Eltern und Kinder ernst.
Wir alle versuchen, auf die Lösung des jeweiligen Problems
hinzuwirken. Bei schwierigen oder verfahrenen Situationen kann auch
mit Hilfe von Schulpsychologen, Streitschlichtern, Elternbeiräten
usw. eine Einigung bzw. eine Lösung des Problems herbeigeführt
werden.
6.Engagement und Verantwortungsbewusstsein
Wir schätzen eine gute Allgemeinbildung und die angestrebte
Hochschulreife als hohe Güter. Dafür und für die Belange der
Schulgemeinschaft setzen wir uns ein.
Bildung braucht Lust auf Schule. Deshalb vertreten und fordern wir
voneinander eine positive Einstellung zu Leistung, Wissbegierde und
Wissen.
Wir sorgen für eine gute Lernatmosphäre. Diese unterstützen wir,
indem wir Interesse am Schulleben zeigen und uns auch an der
Organisation bzw. Durchführung von Veranstaltungen außerhalb des
Unterrichts beteiligen.
Um die gemeinsamen Ziele zu erreichen, sorgen wir für das
Vermitteln und Einhalten von Tugenden wie konzentrierte
Arbeitsweise, Eigenständigkeit, Selbstverantwortung – auch in der
gewissenhaften häuslichen Vorbereitung -, zuverlässiges Mitbringen
der benötigten Arbeitsmaterialien und das Bemühen um
Weiterentwicklung.
Wir leisten durch Pünktlichkeit, Höflichkeit und Interesse am
Unterricht einen wichtigen Beitrag zu einem angenehmen
Unterrichtsklima.
- Wir Schüler arbeiten aktiv mit, weil nur so erfolgreicher
Unterricht gelingen kann.
- Wir Lehrer bemühen uns, den Unterricht interessant und
abwechslungsreich zu gestalten und die Schüler zu aktiver Mitarbeit zu
motivieren. Methodischen Neuerungen gegenüber sind wir
aufgeschlossen.
Wir alle überdenken selbstkritisch unser Verhalten.
Vorstehende Selbstverpflichtung zu gemeinsamen Wertvorstellungen am
Willibald-Gluck-Gymnasium Neumarkt/OPf. wurde durch die
Unterschriften der Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrern
angenommen.
Neumarkt/OPf., den 2.Oktober 2008
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Anschrift:
Willibald-Gluck-Gymnasium
Dr.-Grundler-Straße 7
92318 Neumarkt
Tel: 09181-4720
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